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Ausstellung | DER DÜSTERE TAG – NAUDERER. PAULUS. SWANN.

Im digitalen Zeitalter von Selfies, Instagram und Facebook, in dem die narzisstische Selbstdarstellung ständig voranschreitet und die Inszenierung des vorgestellten Ichs unser Handeln bestimmt, beschäftigen sich die drei hier ausgestellten Künstler umso mehr mit der Frage nach der wahren Identität des Menschen. Das Gesicht hinter der Maske ist zentraler Ausgangspunkt vieler Arbeiten in der Ausstellung, alles dreht sich um die Begegnung mit dem Inneren ebenso wie die Begegnung mit dem Anderen.

Dass die „Maske“ aktuell in unserem öffentlichen Alltag zur erschreckenden Normalität geworden ist, konnten wir zum Zeitpunkt der Ausstellungskonzeption nicht erahnen!

 

Die schwarze Gesichtsmaske mit überdimensionierten Mäuseohren à la Micky Maus hat Herbert Nauderer sich seit langem als künstlerischen Motiv angeeignet.  Er entführt uns mit seiner Kunstfigur des „Mausmann“ in eine unheimliche Welt, in der die Verfremdung durch die Maske zum Sinnbild der Einsamkeit und Entfremdung wird.

 

Gesicht, Figur und Maske sind auch Themen von Martin Paulus. Seine Masken sind allerdings weder zur Verkleidung noch Verfremdung von Gesichtern da, vielmehr sind es spontan-spielerische künstlerische Setzungen. In der Wandinstallation „Köpfe, Gesichter, Masken“ benutzt Martin Paulus Alltagsgegenstände wie Tortenplatten, Staubsaugerdüsen, Haarsiebe oder Schuhspanner als eine Art Baukastensystem, um diese zu transformieren.

 

Duncan Swann schreibt seine Abschlussarbeit am Royal College of Art in London über die Rolle der Maske in der Kunst- und Gegenwartskultur – so wird das Thema auch in seinen Gemälden zur geistigen Grundlage. Sowohl in seinen gemalten Porträts als auch in seinen Skulpturen wird das Gesicht zu einem seiner Hauptthemen. Einerseits als Nachweis und Bedingung für die Einzigartigkeit, wird diese gleichzeitig immer in Frage gestellt, so übermalt und verfremdet Swann seine Gesichter - mal werden sie mit ominösen Wolkenformationen versehen oder von Vögeln verdeckt, die als „innere Stimmen“ in der Serie „Inner Voices“ fungieren.

 

In der Ausstellung wird auch der Kurzfilm „Parasite Island“ gezeigt, den Herbert Nauderer mit Josef Bierbichler und Sibylle Canonica als Schauspieler*innen drehte.

 

Die Ausstellung DER DÜSTERE TAG – NAUDERER. PAULUS. SWANN. wird von der Franz Schmid Stiftung Marktoberdorf finanziert.

Datum:
24. Mai 2020
Zeit:
14:00 - 18:00 Uhr
Veranstalter:
Künstlerhaus Marktoberdorf
Ort:
Künstlerhaus Marktoberdorf
Adresse:

Künstlerhaus Marktoberdorf

Museum für zeitgenössische Kunst 

Kemptener Str. 5

87616 Marktoberdorf

Eintritt:
5 Euro
  • Martin Paulus | Aus dem Zyklus zu Pieter Bruegels „Der düstere Tag“ | 2016 | Holzbeize auf Papier | je 19 x 20 cm | Foto: Nikolaus Steglich | © Nikolaus Steglich
    ©Nikolaus Steglich
  • Duncan Swann Ausstellungsansicht Inner Voices  | © Nikolaus Steglich
    ©Nikolaus Steglich
  • Herbert Nauderer aus dem Zykluss the madhouse | © Julian Leitenstorfer
    ©Julian Leitenstorfer
  • Martin Paulus: Köpfe, Gesichter, Masken | © Julian Leitenstorfer
    ©Julian Leitenstorfer